Suiker Unie arbeitet an biologisch abbaubarem Kunststoff

6.6.2012

Zuckerrüben sind randvoll mit nützlichen Inhaltsstoffen: Zucker und pflanzliche Fasern für Tierfutter (Pülpe) sind dabei die bekanntesten. Darüber hinaus enthalten Zuckerrüben aber noch viel mehr Komponenten, die sich für ganz bestimmte Anwendungen eignen. Zuckerrübenreste können in Fettsäuren umgewandelt werden, die sich wiederum über einen technologischen Prozess zu vollständig biologisch abbaubarem Kunststoff verarbeiten lassen. Das Know-how ist vorhanden, jetzt muss nur noch im großen Maßstab für die Anwendung in der Praxis produziert werden. Dafür arbeitet Suiker Unie in Groningen im Rahmen des Innovationsprojektes BioTRIP mit anderen Unternehmen zusammen.

Suiker Unie gewinnt aus Zuckerrüben Produkte, die für die Ernährung von Mensch und Tier bestimmt sind und bringt Mineralien, die während der Verarbeitung überbleiben, so vollständig wie möglich wieder zurück auf den Acker, um die Kreisläufe zu schließen. Dieses findet schon seit vielen Jahrzehnten so statt. Aber es gibt in Rüben noch viel mehr wertvolle Bestandteile, deren Gewinnung sich lohnt. Bram Fetter von Suiker Unie: „Rüben enthalten Fettsäuren, die von Bakterien gewonnen werden können, die diese Stoffe weiter in Kunststoff umwandeln. Der große Unterschied gegenüber normalen Kunststoffen ist, dass sie nicht aus Erdöl hergestellt werden und dass sie vollständig biologisch abbaubar sind. Dadurch eignen sie sich hervorragend für Anwendungen, bei denen Kunststoffe nicht nach gewisser Zeit wieder beseitigt werden brauchen, sondern sich stattdessen auflösen, ohne die Umwelt zu belasten. Denken Sie an Anti-Wurzeltücher, die eine vorübergehende Aufgabe haben und hinterher nicht entfernt werden können oder brauchen.“ 

Suiker Unie weiß, wie Zuckerrüben verarbeiten werden müssen, so dass alle Komponenten zu einer nützlichen Anwendung gelangen. Unser Streben ist, Fettsäuren so zu gewinnen, dass sie den idealen Grundstoff für Bakterien darstellen, die „kleinen Fabriken“, die diese Bio-Kunststoffe herstellen. Das alles ist nur dann möglich, wenn sich die Kenntnis aller Partner der Erzeugerkette ergänzt. Neben Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit, ist die Produktion dieses innovativen Materials in einer Versuchsanlage Teil dieses Projekts.

Angrenzend an die Zuckerfabrik in Groningen wird ein 40 Hektar großes Gebiet entwickelt. Zur Zeit wird intensiv am Bau einer Biogasanlage gearbeitet (Biomethan-Fabrik) und an Vorratstanks für Dicksaft (der unter anderem als Grundstoff für biobasierte Produkte dient). Beide Anlagen sollen im Herbst in Betrieb gehen. Auf diesem Gelände ist auch ein Bereich für die zukünftigen Anlagen der „kleinen Fabriken“ vorgesehen, auf dem biobasierte Produkte hergestellt werden können, wie z.B. die Bio-Kunststoffe.